MENU
K
P

EXPERTISE

 

Die Kalkbrennerei „Meyer" - ein technisches Kulturdenkmal im Münsterland und seine heutige Bedeutung für den historischer Baustoff.

Es ist einfach nachzuweisen, dass es rund um die Baumberge noch im 19. Jahrhundert eine Vielzahl von Kalkbrennereien gegeben hat. Aus mündlichen Überlieferungen, aber auch aus Aktenmaterial von Hof-, Gemeinde- und Stadtarchiven ist bekannt, daß die Bauern aus dem Abbruchmaterial der Steinbrüche Düngekalk brannten und darüber hinaus den Kalk herstellten, um ihn als Baustoff in Putz, Schlämmen und Mörtel einzusetzen. Die Bedeutung dieses Kalkes, der heute gebräuchlich als Billerbecker Kalk bezeichnet wird, ist bisher jedoch nicht grundsätzlich geklärt.(...)
Die einzige noch erhaltene und vor allem noch heute produzierende Kalkbrennerei Meyer ist ein Familienbetrieb, der allein schon aus personellen Altersgründen in seinem Bestand gefährdet ist. Das als technisches Denkmal anzusehende Objekt ist bisher nicht unter Schutz gestellt worden. Wenn hier ein Denkmal erhalten werden soll, was aus historischer Sicht nur zu befürworten ist, so ist dringend Handlungsbedarf geboten.
Gleichzeitig mit der historischen Aufarbeitung sollte ein Konzept für eine didaktische Darstellung dieses wichtigen Kulturdenkmals für die Region erfolgen.

2.2 Die Kalkbrennereien im Münsterland als Rohstofflieferent beim Bau von Schlössern und Kirchen.
Baumberger Kalksandstein ist als Baumaterial im ganzen Münsterland und auch in den Niederlanden verwendet worden. Als beispielhafte Gebäude seien die Rathäuser von Münster, Bocholt, Nijmegen und Middelburg genannt. Münsters Residenzschloss und die Schlösser Horst in Gelsenkirchen, Ahaus und Clemenswerth wurden unter Verwendung von Baumberger Sandstein errichtet. Bei Kirchbauten findet sich der Sandstein aus dem Münsterland sehr häufig. Auch dort, wo andere Natursteine dominant waren, wurde Baumberger Material zumindest bei ornamentalen Details eingesetzt. So ist die Portaleinfassung am Bremer Dom - wo ansonsten der Obemkirchener Sandstein vorherrscht – aus Baumberger Stein gearbeitet. Nach den aus mündlicher Überlieferung resultierenden Informationen sollte bei solchen Bauten auch das Kalkmaterial aus den Baumbergen geliefert worden sein. .
(...)  Es gibt Hinweise, daß die Dombauhütte des münsterschen Paulus-Doms (beim Wiederausfbau 1946-56)  neben dem angepachteten Steinbruch in den Baumbergen auch eine eigene Kalkbrennerei unterhielt. Es gibt einige bereits bekannte Archivmaterialien, die Bauunterlagen und Lieferverträge historischer Bauwerke enthalten, welche mit Baumberger Sandstein errichtet wurden.
(...)


(Auszüge aus einer Expertise von Dipl.-Ing Jutta Zallmanzig (Zollern-Institut) und Dr. Joachim Eichler (Baumberger-Sandstein-Museum) aus dem Jahr 1997)

 

Der Billerbecker Kalk - ein historischer Baustoff aus den Baumbergen - Sein Vorkommen und Abbau sowie seine Bedeutung für die Denkmalpflege __> Klicken Sie hier um den ersten Teil der Expertise zu lesen